Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Fockbek

Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

 
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Teil 8 - Aus der kirchlichen Geschichte Fockbeks

Das Regulativ

Das Regulativ für den neuen Begräbnisplatz der Neuwerker Landgemeinde in Fockbek (Teil 7) lautet verkürzt wie folgt:

  1. Von den 4 Quartieren sind 2 für Erbbegräbnisse, das 3. für die Verwesung, wo der Reihe nach begraben wird und das 4. für die Armen bestimmt.
  2. Für ein Begräbnis bezahlen die bisherigen Besitzer eines solchen auf dem Rendsburger Kirchhof 4 Reichstaler, sonst 5 rtl.
  3. Der Aufsicht führt unter Oberaufsicht des Neuwerker Kirchenjuraten der jetzige Schullehrer, Peter Sievers. Er verwahrt den Schlüssel zur Pforte, die Totenbahre und das Leichentuch. Als Entgelt darf er das Gras auf dem Kirchhof abmähen und benutzen.
  4. Der Aufseher sorgt für den ordentlichen Zustand, insbesondere dafür, dass keine Steine, Knochen und Schutt herumliegen, das Tor verschlossen ist, die Gänge in Ordnung sind und keine Bäume oder Hecken beschädigt werden.
  5. Die Leichen werden nach altem christlichen Brauch mit den Häuptern nach Westen begraben. Ein Grab muss 7 Fuß lang, 3 Fuß breit und 7 bis 8 Fuß tief gegraben werden. Stößt man beim Graben auf Totengebeine, so werden diese unten im Grab verscharrt.
  6. Die Beerdigungen sind bei dem Küster der Christ- und Garnisonkirche anzumelden, der den Schein ausstellt und die Gebühr erhebt. Notorisch Arme erhalten ein freies Begräbnis.
  7. Es steht jedem frei, seinen Toten in der Stille zu begraben. Es ist jedoch angemessener, dass zum Trost der Hinterbliebenen eine religiöse Feierlichkeit vorgenommen wird. Hierzu versammelt sich das Leichengefolge im Sterbehaus. Der Schullehrer singt mit den erwachsenen Schülern ein Sterbelied, worauf die Leiche auf den Wagen gesetzt und unter Beteiligung des Trauergefolges nach dem Kirchhof gefahren wird. Vor der Kirchhofspforte wird der Sarg auf die Bahre gesetzt und mit dem Leichtuch zugedeckt. Darauf wird die Leiche unter Gesang der vorangegangenen Schüler mit ihrem Lehrer auf den Kirchhof gebracht und einmal um denselben herumgetragen bis zum Grabe, worin sie unter Absingen des Liedes "Begrabt den Leib in seine Gruft" hinabgesenkt wird. Auch kann im Hause oder am Grabe von dem zustehenden Prediger einen Leichenrede gehalten werden. Hierfür ist demselben ein Wagen zu senden.
  8. Auf den Erbbegräbnissen dürfen Denkmäler, die der Würde des Dorfes angemessen sind, errichtet werden, jedoch nur unter Zustimmung des Predigers.
  9. Der Aufseher hat nach Anweisung des Hauptpastors über die Begräbnisse ein Register zu führen. Er darf aber nicht den Totenschein ausstellen; dieses Geschäft kommt dem zustehenden Prediger zu.
Bei dem in Ziffer 3 beschriebenen Kirchenjuraten handelte es sich um einen Kirchgeschworenen bzw. Kirchenältesten, nach heutigen Maßstäben ein mit besonderen Befugnissen versehenes Mitglieds des Kirchenvorstands.

Der Schullehrer hatte nicht nur die Aufsicht über den Kirchhof, sondern musste auch für die Aushebung der Gräber sorgen. Er sollte hierbei von Verwandten des Verstorbenen unterstützt werden. Da es hierbei oft zu Schwierigkeiten kam, bat der Schullehrer wiederholt um Abhilfe. Erst nach dem Tode des Lehrers Jürgen Sievers im Jahre 1866 - der wie sein Vater Peter Sievers dieses Amt geführt hatte - kam es zur Anstellung eines Kuhlengräbers.

Da sich die Einwohnerzahl zwischen 1828 und 1875 nahezu verdoppelte, musste man sich wieder nach einem neuen Begräbnisplatz umsehen.

Quellen:
Hans Schlothfeld, Chronik von Fockbek, 1962

Helmut Schumacher
Vorsitzender des Kirchengemeinderates

Aus der kirchlichen Geschichte Fockbeks

Teil 1
Sagenhaftes vom Kamp


Teil 2
Die Kampener Kirche


Teil 3
Das Provisorium


Teil 4
Der gescheiterte Kirchbau


Teil 5
Die Christkirche


Teil 6
Der Armenfriedhof


Teil 7
Der Pestfriedhof


Teil 8
Das Regulativ